Der liebe Augustin

Der Augustin Sumser ist wohl der bekannteste Lindauer, den es nie gab. Augustin Sumser ist eine Romanfigur des Schrifstellers Horst Wolfram Geißler. Zwischen 1915 und 1979 veröffentlichte er über 40 Romane. „Der liebe Augustin – die Geschichte eines leichten Lebens“ ist dabei sein erfolgreichstes Werk welches sogar verfilmt wurde.

Leicht war das Leben des Augustin Sumser dabei eigentlich nicht. Geboren 1977 in Mittenwald lernt er seinen Vater nie kennen da er schon vor dessen Geburt als Wilderer erschossen wird. Und auch die Mutter stirbt noch in seiner Kindheit. Man erinnert sich, dass die Familie einen Onkel am Bodensee hat. So kommt der Augustin in die Obhut seines Onkels nach Wasserburg an den Bodensee. Dort wächst er im Pfarrhaus des Onkels auf der ihn auch unterrichtet. Der Oheim muss bald feststellen, dass der Augustin ein schlaues aber auch faules Bübchen ist. Am liebsten verbringt der Augustin die Zeit damit am Ufer des Bodensees auf der Mauer zu liegen, in die Luft zu schauen und zu träumen.

Vorwürfe prallen an ihm wie an einer Teflonglatten Oberfläche ab – auch wenn er einmal wieder Äpfel gestohlen hat. Ein Ausflug mit dem Onkel in die Stadt Lindau beeindruckt den Knaben so sehr, dass für ihn schnell feststeht, das er in dieser Stadt einmal leben möchte.

Doch zuerst sendet ihn der Onkel, mit seinem Latein am Ende, in ein Stift in Meersburg. Überraschend stirbt der Onkel im Alter von 50 Jahren. „Der Vater tot, die Mutter tot, der Onkel tot – nun bin ich ganz allein auf der Welt. Mir kann keiner mehr wegsterben, ja“. So tröstet sich der jugendliche Augustin selbst. Pfarrer möchte er nicht werden also flieht er aus dem Stift in Meersburg.

Er macht sich auf den Weg zurück in seinen Geburtsort. Auf diesem Weg verdient er etwas Geld mit dem Schreiben von Briefen bei den Bauern, bei denen er für die Nacht Unterkunft findet. Und auch vom Onkel hat der Augustin etwas geerbt. Mit diesem Geld finanziert er sich selbst eine Ausbildung zum Geigenbauer in seinem Heimatort. Auch dieses zu Lernen fällt dem Augustin nicht schwer.

Durch eine reisende Engländerin sieht er zum ersten Mal eine Spieluhr und für Augustin wird in diesem Moment klar, dass es seine Bestimmung ist, Spieldosenmacher zu werden. Nachdem er genügend über das Innenleben der Spieldose gelernt hat, macht sich der junge Erwachsene auf nach Lindau.

Dort mietet er sich in ein kleines Zimmer und beginnt mit der Arbeit. Aber nicht zuviel davon. Der Augustin arbeitet nur immer gerade soviel als nötig.

Es ist eine turbulente Zeit. Napoleon verändert die Machtverhältnisse in Europa. Augustin, der von Politik eigentlich überhaupt nichts wissen möchte, wird doch ungewollt in die Frage der Zugehörigkeit der Stadt Lindau hineingezogen.

Im Alter von 30 Jahren ist das Glück für Augustin perfekt, nachdem er seine große Liebe, welche nicht die erste ist, gefunden hat. Und jetzt arbeitet er auch etwas mehr getrieben von seiner jungen Frau und der anstehenden Geburt seines Kindes.

„Der liebe Augustin“ ist ein locker geschriebener Roman, den man gerne an einem Nachmittag, am Ufer des Bodensees liegend, herunter liest. Er erzählt viel von der Geschichte der Stadt Lindau, den Patriziern und dem Leben in der Stadt.

Der liebe Augustin
Carl Hanser Verlag

ISBN 3446241892

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