Auf den Spuren von Hesse, Dix und anderen Künstlern

Blick über die Höri
Blick über die Höri

Seltsam im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Auszug „Im Nebel“, Hermann Hesse, 1905

Wenn man auf der Höri unterwegs ist, ist man ständig auf den Spuren zahlreicher Künstler. Schriftsteller, Dichter und Maler, bekannte und weniger bekannte lebten und arbeiteten auf der Höri Halbinsel.
Verständlich, wenn man die schönen Blicke aufsaugt auf den Zeller See und auf den Untersee. Im Frühsommer ein einziges Blütenmeer an den zahlreichen Obstbäumen, die die Hänge säumen.
Wo sie diese wunderschöne Rundtour beginnen ist eigentlich unwichtig. Vielleicht am günstigsten in Moos. Am Ortseingang gibt es ein paar Parkplätze. Von Moos geht es direkt am Bodenseeufer entlang nach Iznang und weiter, am Rand des Naturschutzgebiets, nach Gaienhofen.
Hier sollte man unbedingt einen Besuch des Hermann-Hesse-Höri-Museums einplanen (s. rechts).
Von Gaienhofen, vielleicht nach einer Einkehr auch noch frisch gestärkt, geht es weiter über Hemmenhofen nach Wangen. Die Stärkung tat sicher gut, denn jetzt führt der asphaltierte Fahrradweg einige Male etwas weg vom Ufer was mit Anstiegen verbunden ist. Sollte einem hier die Kraft ausgehen, kann man jetzt auch das Schiff nach Stein am Rhein nehmen. Das ist auch immer wieder für Kinder ein Erlebnis. Besonders wenn das Schiff bei Stein am Rhein unter der Brücke hindurch fährt und dazu „den Kopf etwas einziehen“ muss.
Stein am Rhein lohnt ebenfalls unbedingt einen kurzen Aufenthalt. Stellen Sie die Fahrräder ab und spazieren Sie etwas durch die malerische Altstadt. Eine fantastische Kulisse für das Freilichtspiel „No e wili“ das die Steiner alle Jahre aufführen – zum letzten Mal 2007. Das Spiel erzählt die historische Geschichte Stein am Rheins im Jahre 1457 als die Stadt sich von den Klingenbergern löste.
Von Stein am Rhein führt uns der Weg nach Ramsen. Und gleich fahren wir durch Moskau. Was, Moskau? Ja, Sie haben richtig gelesen. Und ein Petersburg gibt es hier auch. Doch keine Angst: Für dieses Moskau wird kein Visum benötigt. Aber einen gültigen Ausweis sollten Sie unbedingt auf dieser Tour bei sich haben. Zweimal passieren wir eine „grüne“ Grenze. D.h. einen Grenzübergang, der nur für Radfahrer und Fußgänger offen ist. Trotzdem, auch hier wird ab und an kontrolliert und ein fehlender Ausweis bedeutet ggf. einen illegalen Grenzübertritt!
Unterhalb des Schiener Bergs radeln wir nun gemütlich über Bohlingen zurück nach Moos und werden mit unseren Gedanken sicher noch bei den schönen Blicken über den Untersee sein.