Schaffhausen – die Stadt der 171 Erker

Schaffhausen
Schaffhausen

Schaffhausen ist die nördlichste Stadt der Schweiz und Hauptort des gleichnamigen Kantons Schaffhausen. Überragt wird die Stadt vom Munot, eine Festung aus dem 16. Jhd., die außerhalb der Stadtmauern liegen.

Die meisten Touristen lassen Schaffhausen „links liegen“ und steuern direkt den Rheinfall an, der auch zum kompletten Namen der Stadt „Schaffhausen am Rheinfall“ führt. Zu Unrecht, wie ich meine. Schaffhausen hat eine wunderschöne Altstadt – an den Häusern finden sich zahlreiche Erker wodurch Schaffhausen den Beinamen „Erkerstadt“ erhielt.

Der Name der Stadt leitet sich von „Scephusen“ ab. Scep bedeutet im Mittelhochdeutschen „Schiff“ – was auf die Bedeutung der Schifffahrt hinweist. Der Rhein war ein wichtiger Handelsweg im Mittelalter und der Rheinfall ein natürliches Hindernis. Die Waren mussten in Schaffhausen umgeschlagen werden. Diesem Umstand verdankte die Stadt ihren Aufschwung zu einem blühenden Warenumschlagplatz.

1045 verlieh König Heinrich III. in Köln Graf Eberhard VI. von Nellenburg das Münzrecht für die am Rhein gelegene Siedlung ‘‘Scafhusun‘‘. Damit wurde Schaffhausen offiziell zur Stadt.

Damals war der Rhein bei Schaffhausen noch sehr flach und es war einige der wenigen Stellen, wo Pferdekarren den Rhein überqueren konnten. Eine erste feste Brücke über den Rhein enstand hier erst Mitte des 13. Jahrhunderts.

Schaffhausen Kloster Allerheiligen
Schaffhausen Kloster Allerheiligen

Im 16. Jahrhundert errichtete man eine Festung – den Munot. Dem voraus ging der Beitritt Schaffhausens zur Eidgenossenschaft. Deshalb wollte man die Stadtbefestigung verstärken. Doch schon bald kamen Zweifel auf, ob der Munot dem aktuellen Stand der Wehrtechnik entspricht. Militärisch besetzt wurde er nur einmal: 1798 marschierten die Franzosen in den Kanton Schaffhausen. Sie befanden sich im Rückzug im Kampf gegen die Österreicher. Nach kurzem Kampfhandlungen ergriffen die Franzosen die Flucht über den Rhein.

Danach verlor der Munot jede Bedeutung und wurde als Steinbruch verwendet. Johann Jakob Beck, ein Zeichenlehrer in Schaffhausen, setzte sich ab 1826 für den Erhalt des Munot ein und gründete den Munot-Verein.

Im Turm des Munot befindet sich das Munotglöcklein. Die Glocke wurde 1589 gegossen. Sie wird jeden Abend um neun Uhr vom Munotwächter von Hand geläutet.

Die historische Altstadt Schaffhausens ist weitgehend autofrei. Zahlreiche Boutiquen, Markengeschäfte und Designerläden laden zum Einkaufsbummel ein.

Der Kultur-Interessierte sollte unbedingt das Kloster Allerheiligen mit einem reichbestückten Museum zur Kulturgeschichte der Region besuchen. Beeindruckend ist auch die imposante romanische Säulenbasilika aus dem 11. Jahrhundert.