Bergbahn Rheineck – Walzenhausen Mehr als 32 Zähne

Ende des 19. Jhd. blühte zum ersten Mal der Tourismus am Bodensee auf. Am Nordufer des Bodensee entstand die Bodensee-Gürtelbahn, 1913 lief das Dampfschiff „Hohentwiel“ vom Stapel, ringsum den Bodensee entstanden neue Hotels und Pensionen. Die Bergbahn Rheineck – Walzenhausen entstand auch um diese Zeit.

Auch die höhergelegenen Ortschaften oberhalb von Rorschach wollten gerne vom Tourismus profitieren. Doch der Weg dorthin war mühsam. Über holprige Wege konnten Pferdekutschen die knapp 300 Höhenmeter hinauf nach Walzenhausen bewältigen. Ursprüngliche Planung sahen die Anbindung Walzenhausens an die Rorschach-Heiden-Bergbahn vor. Da diese Planung nicht realisiert wurde, entschied man sich für eine Standseilbahn mit Wassergewichts-Antrieb. 1896 war es so weit und die Bahn konnte in Betrieb genommen werden.

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Bei einer Standseilbahn mit Wassergewichts-Antrieb sind zwei Wagen, die sich annähernd im Gleichgewicht halten, über ein Drahtseil verbunden. Die obere Bahn wird mit Wasserballast gefüllt und zieht so die untere Bahn mit ihrer Schwerkraft nach oben. Pro Person müssen etwa 80 Liter Wasserballast gefüllt werden. Diese Bahnen sind in der Regel, wie die Bergbahn Rheineck-Walzenhausen einspurig wobei es eine Ausweichstelle in der Mitte der Strecke gibt. Der Wasserballast-Antrieb hat einige Nachteile. So kommt es zu Problemen im Winter, wenn das abgelassene Wasser gerfriert. Daher wurde auch die Bergbahn Rheineck-Walzenhausen 1958 umgebaut auf eine Adhäsions- und Zahnradbahn mit einer Gleichstromversorgung von 600 Volt über eine Oberleitung.

Die Spurweite von 1200 mm macht die Bahn auch interessant für Freunde der Schmalspurbahn. Die Fahrt mit der Bergbahn ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Sehr gut lässt sie sich mit einer Wanderung auf dem Witzweg verbinden.

 

Weitere Infos: Walzenhausen.ch

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